14.02.2017

von B° RB

Ecce Creatura

Kallmann-Museum Ismaning: Marcus Jansen, Ruprecht von Kaufmann, Rita de Muynck, Gérard Stricher. 18. Februar bis 23. April 2017. Eröffnung: Freitag, 17. Februar 2017, 19:00 Uhr. Kuratiert von Elmar Zorn und Rasmus Kleine

Marcus Jansen: Creeping Obstacles in Kansas, 2010, Öl, Sprühfarbe und Collage auf Leinwand, 224 x 343 cm

Die Ausstellung »Ecce Creatura« stellt vier aktuelle malerische Positionen vor, die sich mit dem Bild des Menschen und seiner existentiellen Situation in der Welt auseinandersetzen. Im Mittelpunkt stehen dabei zum einen Arbeiten, die sich den Abgründen des Lebens, den Ängsten, Sehnsüchten und Gefahren des Daseins widmen. Sie zeigen ein Bild der menschlichen Kreatur, die einer aus den Fugen geratenen Welt ausgesetzt ist, Bedrohungen, Einsamkeit und Not erfahren muss. 

Fakten
18. Februar bis 23. April 2017.

Eröffnung: Freitag, 17. Februar 2017, 19:00 Uhr Kuratiert von Elmar Zorn und Rasmus Kleine

Kallmann-Museum Ismaning

Zum anderen werden Arbeiten präsentiert, die an die jahrhundertealte Tradition der Porträtmalerei anknüpfen. Dabei geht es jedoch nicht um die repräsentative Darstellung von Individuen, sondern vielmehr um verzerrte, deformierte Bilder des menschlichen Gesichtes. Psychologische und existentielle Dimensionen werden ebenso ausgelotet wie malerische Fragen der Zurschaustellung und Präsentation des Menschen.

Der amerikanische Maler Marcus Jansen, der als Soldat im Irak-Krieg diente, hat im Kallmann- Museum die erste museale Präsentation seiner Werke in Deutschland. Seine großformatigen Gemälde sind eindrucksvolle Zeugnisse einer apokalyptischen Weltsicht, die Gefährdung und Verfall in den Mittelpunkt rückt, aber auch Raum für Hoffnung lässt. Verlassene Gebäude, Ruinen und Trümmerfelder, Ödnis, Trostlosigkeit oder weite Landschaften mit giftigen Pilzen bestimmen die Szenerien, in denen sich die Menschen auf Jansens Werken bewegen. Jansen spielt virtuos mit verschiedenen Wirklichkeitsebenen, die politische, gesellschaftliche, ökonomische und ökologische Dimensionen künstlerisch erschließen.

Der Berliner Maler Ruprecht von Kaufmann entwirft in seinen großformatigen Gemälden düstere, unwirkliche Szenarien, in denen urmenschliche Erfahrungen verhandelt werden. Er konfrontiert den Betrachter seiner Werke mit den Schrecken und Gefahren des Lebens ebenso wie mit Hoffnungen und Sehnsüchten. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit, zwischen dem Eindeutigen und dem Unerklärlichen. In seinen Bildern stellt von Kaufmann das Erhabene neben das Banale, Bedrohliches neben Absurdes und schafft so geheimnisvolle Situationen und Schauplätze von großer suggestiver Ausdruckskraft.

Die belgische Künstlerin Rita de Muynck lotet mit ihren Werken magische, psychische und mythische Dimensionen aus. Ihre Gemälde und Zeichnungen, die mal starkfarbig-expressiv sind, dann wieder nahezu spröde-primitivistisch anmuten, behandeln ursprüngliche Themen. Traumhaft, märchenhaft erscheinen ihre Bilder, deren Figuren oft etwas Archetypisches anhaftet. De Muynck nähert sich künstlerisch dem Unbewussten, setzt sich mit Ängsten, Träumen, Obsessionen auseinander und zeigt den Menschen in unheimlichen, apokalyptischen Umgebungen als Heimgesuchten, als geschundene Kreatur.

Die expressiven Gemälde des französischen Malers Gérard Stricher wiederum zeigen verzerrte Gesichter, deformierte Physiognomien, die sich aus plastischen, gestisch geformten Farbmassen herausschälen. Der Eigenwert der Malerei steht hier in einem ständigen Kampf mit den gegenständlich lesbaren Zeichen des menschlichen Gesichts, das sich bisweilen nur in Andeutungen zu erkennen gibt, dann wieder sich in erschreckender Intensität und Unmittelbarkeit dem Betrachter offenbart. Stricher geht es dabei nicht um die Darstellung von Individualität, sondern vielmehr um existentielle Ausdrucksformen des Menschseins.

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